Hamburger Persönlichkeiten - Justiz | P
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Dr. Carl Wilhelm Petersen  
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Geboren 31. Januar 1868
Geburtsort Hamburg 
Gestorben 06. November 1933
Todesort Hamburg 
Kurzbiographie

Carl Wilhelm Petersen wurde am 31.1.1868 in Hamburg geboren und stammte aus einer angesehen Hamburger Familie. Sein Großvater väterlicherseits, Carl Friedrich Petersen, war Bürgermeister von Hamburg und sein Großvater mütterlicherseits, Leopold Wilhelm Behrens, war Inhaber des Hamburger Bank- und Handelshauses L. Behrens & Söhne. Sein jüngerer Bruder Rudolf Petersen war Hamburgs erster Nachkriegsbürgermeister. Nachdem er sein Abitur in Kiel gemacht hatte, studierte er Rechtswissenschaften in Heidelberg und Leipzig. Nach seiner Promotion ließ er sich in Hamburg als Rechtsanwalt nieder. Petersen erhielt außerdem den Titel Doctor h.c. in Medizin. Während des Kaiserreichs gehörte Petersen zur Fortschrittlichen Volkspartei. 1899 wurde er in die Hamburgische Bürgerschaft gewählt, innerhalb derer er Mitbegründer der Fraktion der Vereinigten Liberalen war. Zwischen 1918 und 1933 war er Mitglied des Hamburger Senats. Er war 1919 Mitbegründer der Deutschen Demokratischen Partei und wurde noch im selben Jahr 1. Vorsitzender. Weiter gehörte er 1919 bis 1920 als Vorsitzender des Untersuchungsausschusses zur Aufklärung der Kriegsschuld der Weimarer Nationalversammlung an und war zwischen 1920 und 1924 Reichstagsabgeordneter. Von 1924 bis 1929 war Petersen Erster Bürgermeister von Hamburg, 1930 bis 1931 Zweiter Bürgermeister und von 1932 bis 1933 erneut Erster Bürgermeister. Er verlor sein Amt mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten. Petersen verstarb am 6.11.1933 in Hamburg.

 
Lokale Referenzen Carl-Petersen-Straße in Hamburg – Hamm 
Literaturhinweise Carl Wilhelm Petersen_Literatur.pdf
Kategorien Politik
Justiz
Funktionen Bürgerschaftsmitglied: -
Senator/in: -
Bürgermeister/in: 4. Januar 1924 - 31. Dezember 1929
Bürgermeister/in: 1. Januar 1932 - 7. März 1933
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Dr. Eduard Hagen Pietzcker  
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Geboren 30. Oktober 1895
Geburtsort Hamburg 
Gestorben 01. August 1970
Todesort Hamburg 
Kurzbiographie

Eduard Pietzcker war ein Jurist und mehr als drei Jahrzehnte Syndikus der Evangelisch-lutherischen Kirche in Hamburg. Nach dem Abitur 1914 begann er das Studium der Rechtswissenschaft in Freiburg im Breisgau. Von 1914 bis 1918 nahm er als Freiwilliger am Ersten Weltkrieg teil. Anschließend setzte er sein Studium in München und Leipzig fort, wo er 1922 promoviert wurde und am 14. Juni 1922 das erste juristische Staatsexamen bestand. Sein Referendariat absolvierte er in Hamburg, wo er 1923 das zweite Examen ablegte und vier Tage später zum Assessor ernannt wurde. Im Juni 1925 wurde er von der Synode zum Syndikus der Hamburger Landeskirche gewählt. 1934 erfolgte die Berufung in das vom deutsch-christlichen Landesbischof Franz Tügel neu eingerichtete Landeskirchenamt und die Ernennung zum Oberkirchenrat. 1944 leitete Pietzcker auch das Landeskirchliche Amt für Kirchenmusik, weswegen er vom Kriegsdienst freigestellt war. Zum 1. Januar 1960 übernahm er als Präsident die Leitung des neu gebildeten Landeskirchenamtes, bevor er mit dem Jahresende in den Ruhestand trat.  Pietzcker leistete entscheidende juristische Vorarbeiten für die kirchliche Neuordnung in Norddeutschland, die 1977 mit der Gründung der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche erfolgte.

Neben seinem Hauptamt war Eduard Pietzcker von 1939 bis 1968 im Aufsichtsrat des Bau-Vereins zur Hamburg AG, seit 1953 Mitglied des Disziplinarhofes der Evangelischen Kirche in Deutschland und Geschäftsführer der Glücksburg Kurhaus GmbH. Er war von 1958 bis 1969 Vorstandsvorsitzender der Stiftung Hamburger Arbeiterkolonie, zu der der Schäferhof  gehörte, und langjähriger Vorstandsvorsitzender der Christian Goerne-Stiftung.

Politisch gehört er in der Weimarer Republik ein Jahr lang der Deutschen Volkspartei an, im Mai 1937 trat Pietzcker der NSDAP bei. Von März 1934 bis Oktober 1935 war er SA-Scharführer. Dem Reichsbund der Deutschen Beamten und dem Reichsluftschutzbund gehörte er ab 1934, der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt  ab 1935, dem Reichskolonialbund und dem Verein für das Deutschtum im Ausland ab 1936 an.

 
Literaturhinweise Pietzcker Literatur.pdf
Kategorien Justiz
Religion
Funktionen
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Dr. Hermann Poelchau  
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Geboren 16. Januar 1817
Geburtsort Berlin 
Gestorben 06. September 1912
Todesort Hamburg 
Kurzbiographie

Hermann Johann Daniel Poelchau war Richter und Abgeordneter.

Er wurde am 16.1.1817 in Berlin geboren und wuchs als Sohn des deutsch-baltischen Musikers und Musikaliensammlers Georg Poelchau auf. Nach dem Tod seines Vaters wurde dessen umfangreiche Musikaliensammlung 1841 an das „Musikalische Archiv“ der „Königlichen Bibliothek“ verkauft, welche die heutige Musikabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin darstellt. Poelchau wurde 1844 in Halle promoviert und etablierte sich ein Jahr darauf in Hamburg als Advokat. Er gehörte dem Bürgermilitär an und wurde 1854 Hauptmann des 6. Bataillons. Im selben Jahr wirkte Poelchau als Vertreter Hamburgs auf der Ersten Allgemeinen Industrieausstellung in München. Ab 1855 arbeitete er ehrenamtlich als Protokollant der Feuerkassendeputation und war zwischen 1854 bis 1860 Mitglied im Armenkollegium. Von 1859 bis 1862 gehörte Poelchau der Hamburgischen Bürgerschaft an. 1861 wurde er vom Hamburger Senat zum Richter am Niedergericht ernannt. 1879 amtierte er als Direktor des Landgerichts, drei Jahre später stieg er zum Oberlandesgerichtsrat auf. Im Jahre 1891 ging Poelchau schließlich in den Ruhestand. Er verstarb am 6.9.1912 in Hamburg.

 
Lokale Referenzen Poelchaukamp (Winterhude)
 
Literaturhinweise Hermann Poelchau_Literatur.pdf
Kategorien Politik
Justiz
Funktionen Bürgerschaftsmitglied: 1859 - 1862
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Dr.jur. Wilhelm Prochowink  
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Geboren 19. September 1878
Geburtsort Hamburg 
Gestorben 27. März 1943
Todesort Hamburg (KZ Fuhlsbüttel) 
Kurzbiographie Wilhelm Prochownik wurde am 19. September 1878 in Hamburg geboren.
Am 01. Januar 1900 wurde er in Hamburg zum Landrichter ernannt. Am 01. April 1923 wurde er zum Oberlandesgerichtrat befördert und gehörte dem 2. Zivilsenat an, in dessen Zuständigkeit besonders der gewerbliche Rechtsschutz fiel. 
Zum 31.10.1933 wurde er von den Nationalsozialisten aus dem Dienst suspendiert. Unter dem Vorwand, er habe einen Pelzfuttermantel nicht abgeliefert, wurde er am 09.02.1943 verhaftet und in das das KZ Fuhlsbüttel gebracht. Am 27.03.1943 starb Wilhelm Prochownik in Folge schwerer Misshandlungen im KZ Fuhlsbüttel. Seine Tochter, die Chemikerin Vilma Prochownik, konnte 1933 aus Deutschland in die USA fliehen. 
Die Stadt Hamburg gedenkt Wilhem Prochownik mit einem Stolperstein am Sievekingplatz 1.
 
Kategorien Justiz
Funktionen Richter/in: -
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