| Reinhart Biernatzki war ein in Hamburg tätiger Oberlehrer und Kant-Forscher. Der Sohn des Pastors Johannes Biernatzki wurde 1926 in Königsberg mit einer Arbeit zu Kants Erkenntnislehre promoviert. Biernatzki war ab 1928 als Oberlehrer für Biologie und Chemie an der Mädchen-Oberrealschule am Lerchenfeld und nach seiner Ausbombung 1943, bei der auch seine umfangreiche Bibliothek vernichtet wurde, an der Walddörferschule in Volksdorf tätig. Mit seinen Schülerinnen und Schülern unternahm der versierte Vogelkundler regelmäßig Wanderungen in der Natur. Von 1929 bis 1933 war Biernatzki Vorsitzender des Vereins zur Begründung von Vogelfreistätten an den deutschen Küsten – Jordsand. Biernatzki publizierte über seine Kriegserfahrungen im Ersten Weltkrieg sowie über naturwissenschaftliche und philosophische Themen. Er leitete den „Volksbund für Kantische Weltanschauung“ in Hamburg. In den vierziger Jahren hielt er Volkshochschulkurse über Kants Philosophie und Themen der Chemie ab. Biernatzki war geprägt von der notwendigen Symbiose von Philosophie und Naturwissenschaft. 1928 setzte sich Biernatzki für die Schaffung religionswissenschaftlicher anstelle theologischer Professuren für die Religionslehrerausbildung ein und schrieb ein entsprechendes Gutachten im Auftrag der „Vereinigung der evangelischen Religionslehrer an den höheren Staatsschulen Hamburgs“. Nach 1945 verfasste er u. a. Streitschriften gegen den theologisch „positiven“ Hamburger Landesbischof Simon Schöffel (1880-1959). |