Hamburger des Monats
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Lola Rogge - Hamburger des Monats - November 2017  
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Geboren 20. März 1908
Geburtsort Altona 
Gestorben 13. Januar 1990
Todesort Hamburg 
Kurzbiographie Lola Rogge kam am 20. März 1908 in der Schuberstraße 9 als zweitälteste Tochter des Stadtbaumeisters von Altona  Hans Rudolph Rogge und seiner Frau Christiane, geb. Schönfelder, zur Welt. Tänzerische Bewegungs- und Darstellungslust waren von Anfang an ihr  größtes Vergnügen: Sie hatte Zugang zur Welt über Bewegung.   Dass diese Begabung auch schnell in der Schule entdeckt wurde, hat sicherlich vor allem mit den reformpädagogischen Ansätzen der zwanziger Jahre zu tun, in denen traditionelle Unterrichtsformen aufgegeben und mit neuem Blick auf die Mädchenerziehung emanzipatorisch entwickelt wurden. Mit diesem „modernen“ Bewusstsein erzogen Lolas Eltern auch ihre Tochter und schickten sie auf das „Lyzeum für Mädchen“, das 1876 als Höhere Töchterschule  und zweitältestes Gymnasium in Altona gegründet worden war.  Hier trat Lola auch das erste Mal als Tänzerin auf, als ihr Geschichts- und Deutschlehrer nach Gedichten von Goethes  West-östlichen Diwans ein Theater- und Singspiel  inszenierte. Bald fand sie schnell Kontakt zur Rudolf von Labans Tanzschule. Rudolf von Laban war wohl einer  der bekanntesten Tanzlehrer  und ein  konsequenter  Tanzpädagoge: Er entwickelte eine konkrete Theorie des Tanzes und eine Tanzschrift, so dass fortan die Choreographien ähnlich wie die Musik festgehalten werden konnten. Im Zentrum seiner Konzeption stand das freie Tanzen. Ihn interessierte weniger die Bühnenperformance als das Tanzen von Laien in großen „Bewegungschören“. Gegen den Willen ihrer Eltern, die sich einen bürgerlichen sozialen Beruf für ihre Tochter wünschten und nicht einen künstlerischen, ließ sich Lola Rogge durch  zur Tanzpädagogin  bei Laban und seinem Schüler Albrecht Knust ausbilden. Den „ganzen“ Menschen hatte diese Ausbildung stets im Blick:  seine Physis (z.B. Klassischer Tanz, Folklore, Akrobatik, Anatomie) wie aber auch seine Intellektualität (Tanzgeschichte, Pädagogik, Psychologie) und  seine Emotionalität  Improvisation). Lola Rogge war von Anfang an so erfolgreich, dass sie noch während der Ausbildung  einer Gruppe der Deutschen Reichsbank Betriebsgymnastik erteilte. Später folgten  Aufträge weiterer großer Hamburger Industrie- und Finanzunternehmen. Auch wenn  Lola Rogge  sich von Beginn an sicher war,  vorwiegend pädagogisch  arbeiten zu wollen, ließ sie sich noch  in der Hamburger Staatsoper von Olga Brandt-Knack zur klassischen Tänzerin ausbilden.

So gut gerüstet wagte sie 1927 den Sprung in die Eigenständigkeit. Zunächst arbeitete sie mit ihren Schülern in einem jeweils angemieteten Saal, gleichzeitig war sie aber aktiv in der Arbeiterbewegung. Sie wollte, dass jeder Mensch Zugang zum Tanz haben sollte und gründete für Frauen und Männer einen „Verein für Bewegungschöre e.V.“  Sie unterrichtete diese  im Sommer im Freien, meistens  im Bahrenfelder Stadion, dem heutigen Volksparkstadion. Nicht nur die Erwachsenen sollten tanzen, sondern auch die Kinder. In verschiedenen Turnhallen in Altona und in St. Pauli lud sie Kinder zum Tanzen ein. So entstanden die bald bekannten „Kinder-Bewegungschöre Lola Rogge“. Damit war die Altonaer Labanschule gegründet. 1931 heiratete sie den Hamburger Kaufmann Hans Meyer-Rogge. Sie nahmen beide den Doppelnamen Meyer-Rogge an und führten fortan auch  ihr Leben lang die Schule gemeinsam, eine Gemeinsamkeit, die auch die bedrohlichen Jahre der NZ Zeit nicht zerstören konnten. Das bis heute wohl  bekannteste tanzchorische Werk Lola Rogges  ist das 1950 aufgeführte Tanzschauspiel „Vita Nostra“, eine künstlerische Auseinandersetzung mit dem überstandenen Krieg.

Seit 1934 bis heute bildet die Schule Tanzpädagogen aus. 1977 übergab Lola Rogge die Leitung der Schule an ihre Tochter Christiane. Sie selbst unterrichtete bis zu ihrem Tode am 13. Januar 1990 die Laiengruppen aus Erwachsenen und Kindern weiter.
 
Lokale Referenzen

Lola Rogge Schule im Kiebitzhof
Landwehr 11-13
22087 Hamburg

Tel. 040/ 44 45 68
info@lolaroggeschule.de

Lola Rogge Schule im Hirschpark
Elbchaussee 499
22587 Hamburg

Tel. 040/ 86 33 44
hph@lolaroggeschule.de
www.lolaroggeschule.de
www.facebook.com/LolaRoggeSchule

 
Sonstige 90 Jahre Tanz.pdf
Kategorien Schauspiel und Tanz
Funktionen Tänzer/in: -
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Salomon Heine - Hamburger des Monats - Oktober 2017  
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Geboren 19. Oktober 1767
Geburtsort Hannover 
Gestorben 23. Dezember 1844
Todesort Hamburg 
Kurzbiographie
Salomon Heine (1767–1844) wurde als Stifter und Wohltäter weit über Hamburg hinaus bekannt. Geschäftstüchtigkeit und Mäzenatentum vereinigten sich in seiner Person auf vortreffliche Weise. 

Sein Aufstieg zu einem der bedeutendsten Merchant-Banker Hamburgs war außergewöhnlich. Die Stadt war bereits eine wichtige Handelsmetropole als Salomon Heine im Alter von 16 Jahren mittellos aus Hannover kommend seine Lehre im Bankhaus von Meyer Wolf Popert antrat, einem Verwandten seiner Mutter. 1797 gründete er zusammen mit Marcus Abraham Heckscher (1770–1823) das Privatbankhaus Heckscher & Co. 1818, inzwischen alleiniger Geschäftsführer, änderte er den Namen der Firma in Salomon Heine. Insbesondere in der Franzosenzeit, als Napoleon mit der Kontinentalsperre versuchte, England zu isolieren, machteer sein Vermögen. Obwohl Salomon Heine als Jude in dieser Zeit gesellschaftlicher Außenseiter war, erwarb er sich dank seines international verzweigten Netzwerks – seine Firmenkontakte reichten von Schweden bis Portugal, von Russland bis Brasilien – und dank seines umsichtigen Handelns Ansehen und Reichtum. Man nannte ihn den „Rothschild von Hamburg“. Das Bankhaus wurde nach Heines Tod durch dessen Sohn Carl (1810–1865) weitergeführt und ging nach dessen Tod in Liquidation. 

Privat war Salomon Heine ein großzügiger Gastgeber und Kunstliebhaber, aber auch ein gefürchteter Choleriker. Sein Landhaus, das er seit 1808 in den Sommermonaten bewohnte, hatte er im westlich von Hamburg und Altona gelegenen Ottensen an der Elbchaussee. Das zugehörige Gartenhaus, das seit 1962 unter Denkmalschutz steht, ist heute ein Veranstaltungsort, das zur Stiftung Historische Museen gehört, mit dem Namen Heine-Haus. Allgemein bekannt wurde er als der reiche Onkel seines berühmten Neffen, des Dichters Heinrich Heine, dem er eine Lehre bei Heckscher & Co. ermöglichte. Der Bankier Heine finanzierte trotz seiner Vorbehalte gegen die brotlose Dichtkunst dessen Jurastudium und gewährte ihm bis zu seinem Tode regelmäßige finanzielle Unterstützung.

Salomon Heines steile Karriere und seine Beliebtheit bei Hamburgern aller Glaubensrichtungen waren außergewöhnlich. Er gehörte zu den bedeutendsten Wohltätern und Spendern der Stadt. Das von ihm zur Erinnerung an seine Frau Betty gestiftete Israelitische Krankenhaus auf St. Pauli, in dem heute das Ortsamt sitzt, ist seit seiner Gründung bis heute sehr angesehen. Dem Wunsch Heines entsprechend mussten damals Kranke aller Konfessionen aufgenommen, unbemittelte israelitische Patienten unentgeltlich behandelt werden.

Vor allem aber gilt er als Retter der Kreditwürdigkeit Hamburgs nach dem großen Brand 1842. Er beteiligte sich mit seinem Privatvermögen am Wiederaufbau der Hansestadt. Unter anderem gab er bekannt, dass er von jedem in Not geratenen Kaufmann Wechsel bis zu 15.000 Mark Banco annehme. Damit war die Krise vom Tisch. Und dann hat er noch gerufen: 'Was ist denn verloren? Ist die Elbe abgebrannt? Es ist doch nichts verloren, solange wir die Elbe noch haben'. Darüberhinaus ließ er unabhängig von ihrem Glauben die Opfer des Brandes versorgen, stiftete namhafte Beträge für den Wiederaufbau der zerstörten christlichen Gotteshäuser St. Petri und St. Nikolai und verzichtete auf die Versicherungssumme für sein am Jungfernstieg gelegenes Haus, das gesprengt worden war. Dennoch musste er vergebens auf eine Ehrung der Stadt warten. Als Jude durfte Heine nicht einmal ein Haus in der Stadt kaufen. Von einem Bürgerrecht war keine Rede - ganz zu Schweigen von einer Ehrenbürgerwürde. Zumindest ernannte die Patriotische Gesellschaft Salomon Heine 1843 zum Ehrenmitglied. Sie hatte zuvor nie einen bekennenden Juden aufgenommen. Was diese Ausnahmepersönlichkeit für Hamburg aber wirklich bedeutet hatte, zeigte sich eindrucksvoll erst bei seiner Beerdigung: Tausende Hamburger, Juden wie Christen, begleiteten ihn auf seinem letzten Weg. Trotz großzügiger Spenden zu Lebzeiten verblieb bei seinem Tod ein großes Vermögen. Er hinterließ umgerechnet 110 Millionen €. Die Liste der Institutionen, die er in seinem Testament bedachte, ist lang.

 
Lokale Referenzen
Spuren in Hamburg:
- in Eppendorf ist seit 1967 der nach ihm benannte Salomon-Heine-Weg
- in der Rathausdiele ist an einer Säule sein Portrait-Relief
- Jungfernstieg 30 ist seit 1997 eine Gedenktafel von der Patriotischen Gesellschaft
- vor dem Israelitischen Krankenhaus am Orchideenstieg ist seit 1968 das Salomon-Heine-Denkmal
 
Kategorien Wirtschaft
Wohlfahrt
Funktionen Bankier: -
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Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Erwin Panofsky - Hamburger des Monats - September 2017  
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Geboren 30. März 1892
Geburtsort Hannover 
Gestorben 14. Mai 1968
Todesort Princeton 
Kurzbiographie Ein "großer Mensch und Gelehrter“, ein "Lehrer mit genialem Profil und Charisma", ein "sprachsensibler Gedächtnisriese", ein "Prophet", der "Einstein der Kunstgeschichte" – Erwin Panofsky (1892-1968) ist als wissenschaftliche Ausnahmefigur in die Geschichte eingegangen. Die Grundlage für seine Karriere legte er in Hamburg: Kunsthallendirektor Gustav Pauli und der Privatgelehrte Aby Warburg hatten dafür gesorgt, dass der junge jüdische Gelehrte hier an der gerade gegründeten Universität Fuß fassen konnte. Im Umfeld Aby Warburgs und dessen "Kulturwissenschaftlicher Bibliothek" erhielt er entscheidende Impulse. Als erster Ordinarius für Kunstgeschichte begründete Panofsky hier eine neue Methode, die Ikonologie - also die Interpretation eines Kunstwerks aus seinem kulturhistorischen Kontext heraus. Wo sich die Kunstgeschichte bisher eher mit Stilkritik und Zuschreibungsfragen beschäftigt hatte, rückten damit große geistesgeschichtliche Horizonte in ihr Blickfeld. Panofsky wurde 1934 in die Emigration gezwungen. Nach einer kürzeren Lehrtätigkeit an der New York University und der Princeton University hatte er das Glück, an das gerade gegründete Institute for Advanced Study in Princeton berufen zu werden. Hier betrieb Panofsky jene geisteswissenschaftliche Grundlagenforschung, die seinen Ruf in alle Welt hinaus getragen hat. Immer aber hat er die gut dreizehn Jahre, die er in Hamburg verbracht hat, als "die glücklichsten und fruchtbarsten seines Lebens" bezeichnet. 
Lokale Referenzen

Der ehemalige Hörsaal C im Universitätshauptgebäude an der Edmund-Siemers-Allee ist seit dem Jahr 2000 nach Erwin Panofsky benannt.

 
Lebensbeschreibungen PanofskyErwin.Biographie.pdf
Literaturhinweise PanofskyErwin.QuellenLiteratur.pdf
Kategorien Wissenschaft
Funktionen Kunstgeschichtswissenschaftler/in: -
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Prof. Dr. Otto Stern - Hamburger des Monats - August 2017  
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Geboren 17. Februar 1888
Geburtsort Sohrau (Oberschlesien)  
Gestorben 17. August 1969
Todesort Berkeley (USA)  
Kurzbiographie Otto Stern wurde 1888 in Breslau in Oberschlesien geboren. Er legte 1906 an einem Gymnasium in Breslau das Abitur ab und studierte daraufhin in Freiburg im Breisgrau und München physikalische Chemie. 1912 promovierte er mit einer Arbeit über den osmotischen Druck des Kohlendioxyds in konzentrierten Lösungen. Nach der Promotion ging Otto Stern 1912 zu Albert Einstein nach Prag. 1912 folgte er Albert Einstein nach Zürich und war für ihn als wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig. 1913 habilitiert Stern mit der Arbeit „Zur kinetischen Theorie des Dampfdruckes einatomiger fester Stoffe und über die Entropiekonstante einatomiger Gase“. Zum Wintersemester 1914/15 ließ Stern sich beurlauben und diente im Ersten Weltkrieg freiwillig in der deutschen Armee. In den ersten zwei Kriegsjahren war Otto Stern als Unteroffizier tätig. In einem Schnellkurs in Berlin zum Meteorologen ausgebildet, war er ab Ende 1915 auf der Feldwetterstation in Lomsha in Polen stationiert. Nebenbei beschäftigte er sich mit theoretischen Problemen der Entropie. Gegen Ende des Krieges begann Stern an der Berliner Universität, im Labor von Walther Nernst, sich fast ausschließlich experimentellen Fragen zu widmen. Von Frühjahr 1919 bis Oktober 1921 war er als Privatdozent an der Universität Frankfurt beschäftigt und führte eine Reihe bahnbrechender Experimente durch. Besonders die Zusammenarbeit mit dem Experimentalphysiker Walther Gerlach erwies sich wissenschaftlich als ausgesprochen gewinnbringend. Das sog. „Stern-Gerlach-Experiment“ zum Nachweis der Richtungs-Quantelung schrieb Physikgeschichte. Nach einer kurzen Episode an der Universität Rostock von Oktober 1921 bis Dezember 1923, war er ab dem 1.1.1923 für 10 Jahre an der Universität Hamburg tätig. Hier konnte er mit einer begabten Assistentengruppe die Frankfurter Erfolge noch übertreffen. Die Machtergreifung der Nationalsozialisten nahm Stern, der einen jüdischen Hintergrund hatte, jedoch jede Grundlage für die Fortsetzung seiner Forschungsarbeit in Deutschland. Otto Stern kam einer Entlassung durch die Nationalsozialisten, die bereits seine besten Mitarbeiter erhalten hatten, zuvor und reichte selbst ein Entlassungsgesuch ein. Er floh 1933 in die USA und erhielt am Carnegie Institute of Technology in Pittsburgh/Pennsylvania eine Forschungsprofessur. Hier war er auch in das "Manhattan-Projekt" involviert, das zur Aufgabe hatte, für die USA die erste Atombombe zu erstellen. In welcher Funktion und welchem Umfang Stern sich hier beteiligte, ist unklar. Otto Stern wurde 82mal für den Nobelpreis vorgeschlagen, bis er ihn 1944 endlich erhielt. Im Alter von 57 Jahren ließ sich Otto Stern emeritieren und zog sich aus dem wissenschaftlichen Leben weitestgehend ins Private zurück. Am 17. August 1969 starb Otto Stern in Berkely. Der leidenschaftliche Filmfan, erlebte in einem Kino seinen letzten Moment.  
Lokale Referenzen
Spuren in Hamburg:
- Jungiusstraße 9 ist seit 1988 eine Gedenktafel von der Patriotischen Gesellschaft
 
 
Kategorien Wissenschaft
Funktionen
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Georg Philipp Telemann - Hamburger des Monats - Juni 2017  
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Geboren 14. März 1681
Geburtsort Magedeburg 
Gestorben 25. Juni 1767
Todesort Hamburg 
Kurzbiographie Georg Philipp Telemann war Musikdirektor (1721-1767) und Operndirektor (1722-1738) in Hamburg.

Wenn einer daran gearbeitet hat, Hamburg zu einer europäischen Musikmetropole zu machen, dann er: Georg Philipp Telemann. Als der Rat der Stadt den gebürtigen Magdeburger am 10. Juli 1721 zum Kantor des Johanneums und zum Director musices der Stadt Hamburg wählt, ist der 40-Jährige bereits ein gemachter Mann. Sein um 1700 in Leipzig begonnenes Jurastudium hat er abgebrochen, um seine musikalischen Neigungen auszuleben, erst an der Leipziger Oper, ab 1704 auch als Director musices der damaligen Universitätskirche. Weitere berufliche Stationen führen ihn als Hofkapellmeister nach Sorau in die sächsische Provinz und als Konzertmeister nach Eisenach, bevor er ab 1712 als Musikdirektors in Frankfurt a. M. weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt wird.

In Hamburg wird Telemann als Musikdirektor und Opernkapellmeister zur Schlüsselfigur des musikalischen Lebens, hier beginnt der Stern des berühmtesten deutschen Barockmusikers zu leuchten. Seinen Platz muss er sich allerdings erkämpfen – zu geringe Bezahlung, eine zu kleine Wohnung, und Beschränkungen seiner künstlerischen Freiheit haben Telemann die neue Tätigkeit anfangs derart verleidet, dass er als Thomaskantor nach Leipzig gewechselt wäre, hätte ihm der Rat der Stadt nicht noch kurzfristig eine Erhöhung seiner Bezüge angeboten, um eine Blamage zu verhindern "und diesen berühmten Musicus, dessen Kirchenmusik der Stadt ewig Ehre macht“, zu halten.

46 Jahre lang hat Telemann das kirchliche und bürgerliche Musikwesen der Stadt bestimmt, man hörte seine Kompositionen in der Kirche, auf öffentlichen Konzerten und in der Oper am Gänsemarkt, deren Leitung er 1722 bis zu ihrer Schließung 1738 inne hatte. 24 seiner 60 Opern hat Telemann für die Hamburger Bühne komponiert, er schuf Werke für alle Gattungen und gilt mit über 3600 Werken als einer der produktivsten Komponisten der Musikgeschichte. 
Lebensbeschreibungen Lebensbeschreibung Hamburg History live.pdf
Kategorien Musik
Funktionen Komponist/in: -
Oper: -
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Gotthold Ephraim Lessing - Hamburger des Monats - Mai 2017  
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Geboren 22. Januar 1729
Geburtsort Kamenz/Oberlausitz 
Gestorben 15. Februar 1781
Todesort Braunschweig 
Kurzbiographie
Gotthold Ephraim Lessing wurde als Sohn des Predigers Gottfried Lessing und seiner Frau, der Pastorentochter Justina Feller, am 22. Januar 1729 in Kamenz, heute im Landkreis Bautzen, Sachsen, geboren. Mit dem Abitur auf der Fürstenschule St. Afra in Meißen 1746 endete auch die bürgerliche Kontinuität seines Lebens. Als er sein wechselvolles Studium mit dem akademischen Grad als Magister der freien Künste 1752 abschloss, war er schon längst zum Schriftsteller geworden; hatte Gedichte, Erzählungen und auch schon die erste theologische Schrift veröffentlicht und sein erstes Lustspiel zusammen mit der Theatertruppe der "Neubeginn" 1747 aufgeführt. Antrieb für sein Schreiben war die Suche nach Wahrheit und Humanität im gesellschaftlichen Zusammenleben. Seine Ruhelosigkeit, verbunden mit seiner Theaterleidenschaft, führte ihn von 1767 bis 1770 nach Hamburg. Hier, dem damals bedeutendsten Zentrum des Theaters und der Oper, erhoffte die gelehrte und die bürgerliche Welt von ihm die Gründung eines "Nationaltheaters". Den Aufbau dieses Theaters versuchte er durch ein öffentliches Theatertagebuch "Die Hamburgische Dramaturgie" zu begleiten. Außerdem brachte er seine "Minna von Barnhelm", das erste deutsche Lustspiel, in der Buchausgabe mit, und schrieb später, von Hamburgern abgestoßen und gefördert, "Nathan der Weise". Das Theater löste sich aufgrund von Geldmangel auf und Lessing zog weiter nach Wolfenbüttel, wo er als vorbildlicher Bibliothekar der berühmten Großherzog Wilhelm Ernst Bibliothek wirkte. Von hier aus griff er auch im Anti-Götze in hamburgische Religionsauseinandersetzungen ein. Den Hamburger Freunden blieb er bis zu seinem Tod verbunden. Seine Hamburger Spuren aber sind bis in die Gegenwart des Theaters gelegt worden. Lessing starb am 15. Februar 1781 in Braunschweig.
 
Lokale Referenzen
Gotthold Ephraim Lessing wurde am 14. Oktober 1771 in Hamburg von der Loge "Zu den drei Rosen" zum Freimaurer aufgenommen. Er schätzte die Freimaurerei und ihre Ziele sehr hoch ein, wie an seinem 1780 erschienen Werk "Ernst und Falk - Gespräche für Freimaurer" zu erkennen ist. "Nathan der Weise", sein erstes weltanschauliches Ideendrama, weist mit der Ringparabel ebenfalls auf freimaurerisches Gedankengut hin.
In Hamburg pflegte er engste Kontakte zu bekannten Persönlichkeiten, die ebenfalls dem Bund der Freimaurer augehörten. Dazu zählten unter anderen: der Schauspieler und spätere Theaterdirektor Friedrich Ludwig Schröder, der Schauspieler Konrad Ekhof, die Schriftsteller Friedrich Gottlieb Klopstock und Matthias Claudius, der Verleger Johann Joachim Christoph Bode, der Philosoph Johann Gottfried Herder, der Aufklärer Johann Georg Büsch, und viele mehr.
 
Spuren in Hamburg:
- auf dem Gänsemarkt steht seit 1881 das Lessing-Denkmal
- in der Rathausdiele befindet sich an einer Säule sein Portrait-Relief
- an der Fassade vom Schauspielhaus ist eine Lessing-Büste
- an der Fassade des Museums für Kunst und Gewerbe ist ein Portrait-Reief
- in Harburg gibt es das Gymnasium Lessing
- in Hohenfelde ist seit 1863 die Lessingstraße
- in Altona führt unter den Bahngleisen der Lessingtunnel
 
Kategorien Literatur
Funktionen Dichter/in: -
Autor/in: -
Bühnenschauspieler/in: -
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Werner von Melle - Hamburger des Monats - Februar 2017  
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Geboren 18. Oktober 1853
Geburtsort Hamburg 
Gestorben 18. Februar 1937
Todesort Hamburg 
Kurzbiographie Werner von Melle nahm 1873 das Studium der Rechtswissenschaften in Heidelberg auf. Anschließend wechselte er an die Reichsuniversität Straßburg, bevor er an die Universität nach Leipzig ging und 1876 in Göttingen zum Doktor der Rechte promoviert wurde. In den folgenden Jahren war er in Hamburg als Anwalt, Autor historischer Werke und als Journalist tätig. 1886 wurde er politischer Redakteur bei den konservativen "Hamburger Nach­richten". 1891 zum Senatssyndicus gewählt und der Oberschulbehörde als Präsidialmitglied zugeordnet, avancierte er 1900 zum Senatsmitglied und vier Jahre später zum Präses der Oberschulbehörde. 1915, 1918 und 1919 bekleidete er das Amt des Ersten Bürgermeisters der Freien und Hansestadt Hamburg. Bei der Entstehung der Hamburgischen Wissenschaftlichen Stiftung spielte von Melle seit 1904 die entscheidende Rolle. Als ihr Präsident prägte er bis 1935 die Arbeit der Stiftung. Ebenso setzte er sich ganz maßgeblich für die 1919 erfolgte Gründung der Hamburgischen Universität ein. Nachdem er aus dem Senat ausgeschieden war, wählte ihn diese 1921 zum "Rector magnificus honoris causa", eine in Deutschland einmalige Auszeichnung. Ausführliche Biographie
 
Lokale Referenzen
Spuren in Hamburg:
- in Rotherbaum befindet sich seit 1961 der nach ihm benannte Von-Melle-Park
 
Lebensbeschreibungen MelleWerner.Biographie.pdf
Literaturhinweise MelleWerner.QuellenLiteratur.pdf
Kategorien Politik
Wissenschaft
Funktionen Bürgermeister/in: -
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Carl Ludwig Wimmel - Hamburger des Monats - Dezember 2016  
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Geboren 23. Januar 1786
Geburtsort Berlin 
Gestorben 16. Februar 1845
Todesort Hamburg 
Kurzbiographie 23.1.1786 in Berlin geboren. 1809-1810 wahrscheinlich Studium. bei Friedrich Weinbrenner in Karlsruhe. 1810-1814 Italienaufenthalt. 1815 Denkmal der vertriebenen Hamburger. 1816 Ernennung zum 2. Stadtbaumeisteradjunkten. 1817 Dammtor. 1818 Steintor. 1819 Millerntor. 1819-1820 St. Pauli-Kirche. 1821-1823 Allgemeines Krankenhaus. in St. Georg. 1823-1827 Bebauung am Zeughausmarkt. 1826-1827 Stadttheater. 1827 Lombardsbrücke. 1827-1830 Bebauung an der Esplanade. 1828-1830 Untersuchungsgefängnis. 1833-1835 Heilig-Geist-Hospital. 1834-1837 St.Johannis-Kloster. 1835 Alsterpavillon. 1837-1840 Johanneum. 1837-1841 Börse. 1838 Reise in die Schweiz und nach Paris. 1838-1839 Maria-Magdalenen-Kloster. 1840-1841 Schlachthof. 1841 Ernennung zum Baudirektor. 1841 Reise durch England und Irland. 1841-1842 Entwurf für ein Strafgefängnis. 16.2.1845 in Hamburg gestorben. ________________________________________________________ Quelle: Eckart Hannmann: Carl Ludwig Wimmel (1786 - 1845). Hamburgs erster Baumeister. in: "Wie das Kunstwerk Hamburg entstand". Von Wimmel bis Schumacher. Hamburger Stadtbaumeister von 1841-1933. Hrsg.: Dieter Schädel. Schriftenreihe des Hamburgischen Architekturarchivs. München / Hamburg: Dölling und Galitz, 2006.  
Lokale Referenzen
Carl Ludwig Wimmel war überzeugter Freimaurer. Er wurde 1810 in Hamburg von der Johannis-Loge "Zum rothen Adler" zum Lehrling aufgenommen. Dieser Loge stand er von 1836 bis 1840 als ihr leitender Logenmeister vor.
 
Spuren in Hamburg:
- in Winterhude ist seit 1907 der nach ihm benannte Wimmelsweg
- in Hamburg gibt es noch viele erhaltene Bauten von Wimmel - siehe: Kurzbiographie

 
Kategorien Architektur
Funktionen Architekt/in: -
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Richard Fedor Leopold Dehmel - Hamburger des Monats - Oktober 2016  
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Geboren 18. November 1863
Geburtsort Hermsdorf, Brandenburg 
Gestorben 08. Februar 1920
Todesort Hamburg-Blankenese 
Kurzbiographie


Als 1901 der Dichter Richard Dehmel(1863-1920) zusammen mit seiner schönen jungen Frau Ida nach Hamburg kam und sich in Hamburg-Blankenese niederließ, war er aufgrund seiner Lyrik schon ein berühmter Mann. Der neuartige Klang seiner Verse begeisterte vor allem die Jugend. Viele der neuen künstlerischen und intellektuellen Elite fühlten sich inspiriert und waren mit ihm und seiner Frau freundschaftlich so tief verbunden, dass sie ihm 1913  – zu Dehmels 50. Geburtstag -  das von ihm gestaltete und mit Hilfe des Architekten Walther Baedeker erbaute Haus in Blankenese schenkten. Dieses Haus galt als berühmtes  Gesamtkunstwerk aus Architektur, Garten, Interieur und Archiv und hatte berühmte Besucher wie Thomas Mann oder Richard Strauß u.v.a.
Richard Dehmel starb bereits 1920 an den körperlichen Spätfolgen seiner Teilnahme am Krieg.

 
Lebensbeschreibungen Richard Dehmel von C. Vogel.pdf
Kategorien Literatur
Funktionen Autor/in: -
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Friedrich Ludwig Schröder - Hamburger des Monats - September 2016  
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Geboren 03. November 1744
Geburtsort Schwerin 
Gestorben 03. September 1816
Todesort Rellingen 
Kurzbiographie Friedrich Ludwig Schröder, geboren 3.11.1744 in Schwerin, gestorben 3.9.1816 in Rellingen, Sohn des Organisten Johann Dietrich Schröder und der Schauspielerin Sophie Charlotte Biereichel. Durch die Wiederverheiratung der Mutter mit dem Schauspieler Konrad Ackermann in das Theaterwesen hineingewachsen. Nach kurzer kaufmännischer Lehre seit 1760 als Schauspieler in wechselnden Truppen tätig. 1771-1780 Direktor des Hamburger Theaters, 1780-1785 Theaterdirektor in Wien, 1785-1800 erneut als Leiter des Theaters in Hamburg. Wichtigste Persönlichkeit des deutschen Sprechtheaters seiner Zeit, vor allem auch für die Übernahme der Shakespeare-Dramen auf die deutschen Bühnen wegweisend. Heirat 26.6.1772 mit der Tänzerin Anna Christine Hart. 
Lokale Referenzen
Friedrich Ludwig Schröder war ein äußerst aktiver und überzeugter Freimaurer. Er wurde am 8. September 1774 auf Vorschlag von Johann Joachim Christoph Bode im Eimbeck'schen Haus von der Loge "Emanuel zur Maienblume" in den Bruder-Bund aufgenommen. Seine Beförderung zum Gesellen war am 2. Dezember 1774 - zum Meister wurde er am 6. Januar 1775 erhoben. Am 28. Juni 1787 wählte ihn die Bruderschaft zum Meister vom Stuhl der Loge "Emanuel zur Maienblume".
Ab 1791 entwickelte Schröder nach Vorbild der englischen Logen die Vereinfachung des Rituals - es wurde am 29. Juni 1801 in einer Arbeit der "Vereinigten fünf Hamburgischen Logen" angenommen. Nach diesem "Schröder'schen Ritual" arbeiten heute viele Logen in Hamburg, Europa und weltweit. Vom 21. Juli 1815 bis zu seinem Tode war Friedrich Ludwig Schröder Großmeister der "Großen Loge von Hamburg".
 
Spuren in Hamburg:
- in Hohenfelde ist die nach ihm benannte Schröderstraße
- in der Rathausdiele befindet sich an einer Säule sein Portrait-Relief
- in der Carl-Toepfer-Stiftung ist ihm das Haus Neanderstraße 26 gewidmet
- auf dem Althamburgischen Gedächtnisfriedhof in Ohlsdorf liegt auf Grab 14 seine Grabplatte
 
Kategorien Schauspiel und Tanz
Funktionen Bühnenschauspieler/in: -
Intendant/in: 1771 - 1780
Intendant/in: 1785 - 1797
Intendant/in: 1811 - 1812
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Dr. Albrecht Roscher - Hamburger des Monats - August 2016  
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Geboren 05. August 1836
Geburtsort Ottensen 
Gestorben 19. März 1860
Todesort Kisunguni 
Kurzbiographie

Albrecht Roscher, Geograph und Afrika-Forscher, kam unter tragischen Umständen auf seiner ersten Forschungsreise in Ostafrika ums Leben. Er besuchte in Hamburg das Johanneum und bereitete sich bereits als Schüler theoretisch und praktisch auf eine Tätigkeit in Afrika vor. Nach dem Studium der Geographie, Naturwissenschaften und Arabistik wurde er promoviert. Seine Dissertation brachte ihm ein Stipendium des Königs von Bayern, mit dem er nach Afrika gehen konnte. Wegen fehlender Mittel konnte er dort keine eigene Expedition ausstatten, sondern schloss sich einer Karawane von Sklavenhändlern an. Vermutlich weil diese fürchteten, er könne Kenntnisse, die er auf dieser Reise erworben hatte, an die damals in der Antisklavereibewegung engagierten Engländer weitergeben, wurde er auf dem Rückweg vom Tanganyika-See ermordet.

 
Lebensbeschreibungen RoscherAlbrecht.Biografie.pdf
Literaturhinweise RoscherAlbrecht.QuellenLiteratur.pdf
Kategorien Wissenschaft
Funktionen Geograph/in: -
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Christa Siems - Hamburger des Monats - Juli 2016  
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Geboren 28. Juni 1916
Geburtsort Hamburg 
Gestorben 27. Mai 1990
Todesort Hamburg 
Kurzbiographie Christa Siems wurde am 28. Juni 1916 in Hamburg geboren. Nach der Schauspielschule in Düsseldorf erhielt sie Engagements in Flensburg, Neuss und Halle. Seit 1946 lebte sie wieder in Hamburg und spielte vor allem am St. Pauli-Theater. Auf dem Gemälde sieht man sie in einer ihrer Glanzrollen, der Titelpartie von Paul Möhrings Volksstück "Die Zitronenjette". Neben dem Wasserträger "Hummel" zählt die „Zitronenjette“, im wahren Leben Henriette Müller, zu den bekanntesten historischen Hamburger Originalen. In ihrer geistigen und körperlichen Entwicklung zurückgeblieben, wurde die Zitronenjette nur 1,32 Meter groß und wog als erwachsene Frau knapp 35 Kilogramm. Sie lebte im Gängeviertel und verkaufte schon als 13-Jährige zum Lebensunterhalt "Zitroon, Zitroon, frische Zitroon!". Ungewöhnlich gekleidet ist sie Zielscheibe von Spott und wurde aufgrund ihrer ungenügenden Rechenkenntnisse häufig übers Ohr zu gehauen. Wiederholt traf man sie in betrunkenem Zustand an, so dass sie von der Polizei aufgegriffen und im August 1894 in eine Irrenanstalt eingeliefert wurde, wo sie bis zu ihrem Tod am 8. Juli 1916 lebte. Sie starb im Alter 74 Jahren. Noch zu Lebzeiten erlangte die Zitronenjette in einer volkstümlichen Posse am heutigen St. Pauli Theater Berühmtheit. In den 20er Jahren schrieb Paul Möhring ein Volksstück mit Musik über sie, in dem traditionell ein Mann die weibliche Hauptrolle aufführt. Als erste Frau übernimmt ab 1955 Christa Siems den Part. In den Siebzigerjahren ist Henry Vahl als Zitronenjette erfolgreich. Christa Siems starb am 27. Mai 1990 in Hamburg. 
Kategorien Schauspiel und Tanz
Funktionen Bühnenschauspieler/in: -
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Daniel Lienau - Hamburger des Monats - Juni 2016  
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Geboren 01. November 1739
Geburtsort Hamburg 
Gestorben 05. Juni 1816
Todesort Hamburg 
Kurzbiographie

Daniel Lienau war der Hamburger Bürgermeister, der die Stadt als ältester Bürgermeister und Generalissimus durch die schwierige Franzosenzeit führte. Bereits sein Vater, Hinrich Christoph Lienau, hatte der Stadt als Senator gedient. Daniel Lienau besuchte das Johanneum und war dort so erfolgreich, dass er zum Primus der ersten Klasse aufstieg. Gesundheitliche Probleme bewogen ihn zum Abbruch des Studiums. Statt dessen reiste er nach Bordeaux, wo sein Bruder Vincent das Handelsgeschäft Frères Lienau &. Comp., das seine Onkeln gegründet hatten, erfolgreich weiterführte. Daniel Lienau blieb als Teilhaber des Geschäfts in Bordeaux, bis er nach dem Tod des Vaters 1770 zurückgerufen wurde, um in Hamburg das Familienunternehmen fortzuführen. Bis zu seiner Erhebung zum Bürgermeister 1798 übte er zudem verschiedene städtische Ämter aus, unter anderem von 1788 bis 1793 die Amtmannschaft in Ritzebüttel.  1807 stieg Daniel Lienau vom Bürgermeister zum ältesten Bürgermeister und Generalissimus auf und verbrachte die kommenden Jahre mit dem Versuch, Hamburgs Eigenständigkeit und Stadtverfassung trotz französischer Besatzung so weit wie möglich zu erhalten. Litt die Stadt schon ab 1806 unter der Kontinentalsperre, die den wichtigen Handel mit England unmöglich machte, musste sie 1811 auch die angestammte Verfassung aufgeben und wurde Teil des Kaiserreichs. Laut dem Verfasser seines Nekrologs gab Daniel Lienau jedoch die Stadt nicht auf und erlebte auch den Abzug der Franzosen 1813 noch mit. Diese Standhaftigkeit wurde nach seinem Tod 1816 besonders gewürdigt. 

 
Lokale Referenzen
Daniel Lienau gehörte - wie weitere Mitglieder seiner Familie - dem Bund der Freimaurer an. Zuerst war er Mitglied der Loge "Absalom zu den drei Nesseln". Als am 18. Juli 1776 in Hamburg die Loge "Ferdinande Caroline zu den drei Sternen" gegründet wurde, wechselte er mit seinem Bruder Vincent und vielen weiteren Brüdern in diese Loge. Bruder Vincent wurde erster Meister vom Stuhl dieser neu gegründeten Loge, der er den Namenszusatz "zu den drei Sternen" mit Bezug auf die drei Sterne im Wappen der Familie Lienau gegeben hatte.
 
Nachrufe (Nekrologe) Text Latein Quelle Johanneum.PDF
Übersetzung aus dem Lateinischen.pdf
Medaillen
Kategorien Politik
Funktionen Bürgermeister/in: 20. April 1798 - 13. Februar 1811
Kaufmann/-frau: -
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Prof. Dipl.-lng Friedhelm Grundmann - Hamburger des Monats - April 2016  
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Geboren 24. April 1925
Geburtsort Bad Warmbrunn (Polen) 
Gestorben 27. Oktober 2015
Todesort Hamburg 
Kurzbiographie

Volumina im Sonnenlicht

Von Katharina Kulke überarbeitet von Bartosz Cejer

Das Werk von Friedhelm Grundmann ist durch zwei gegensätzliche Aufgabenbereiche gekennzeichnet: Seit mehr als vierzig Jahren prägt er das Erscheinungsbild der Stationen der Hamburger Hochbahn mit. Zum einen durch zahlreiche Restaurierungen wie etwa an der Mundsburg oder Umbauten wie etwa Dehnhaide, zum anderen durch Neubauten wie der Haltestelle Lübecker Straße. Mit letzterer Station gelang es dem Büro Sandtmann und Grundmann mittels einer Stahlbetonkuppel eine auffällige Eingangssituation zu schaffen, die die U-Bahnstation aus der unsichtbaren Tiefe ins Straßenbild holt. Das Gegenstück zu diesen profanen Bauaufgaben sind eine Vielzahl von Kirchen, die er in Hamburg und Schleswig-Holstein baute, sowie zahlreiche Restaurierungen. Er beschäftigte sich auch theoretisch in zahlreichen Schriften mit dem Kirchenbau und war Mitglied im Arbeitsausschuss für den Evangelischen Kirchentag. Innerhalb seines sakralen Werkes nennt Grundmann die Simeonkirche als seinen wichtigsten Bau. Diese 1965 in Hamburg-Hamm gebaute Kirche untertitelt Paulhans Peters treffend mit dem ursprünglich auf Gebäude von Le Corbusier bezogenen Zitat: "Volumina im Sonnenlicht". Mit Corbusier wird auf die Vorbilder und Herkunft von Grundmanns Architektur hingewiesen. Grundmann war nachhaltig von der Klassischen Moderne geprägt. Er selbst bezeichnete eine Reise zum Kloster La Tourette in Südfrankreich als ein entscheidendes Erlebnis und den Ausgangspunkt für seine Simeonkirche. Als seine "Hamburger Ahnen" betitelt er neben Fritz Schumacher und Karl Schneider auch Werner Kallmorgen, in dessen Architekturbüro er von 1951-56 arbeitete. 1932 zog die Familie nach Breslau, wo der Vater als Kunsthistoriker und Denkmalpfleger arbeitete. Mit seinen zahlreichen denkmalpflegerischen Arbeiten und seiner Mitgliedschaft im Denkmalrat der Stadt Hamburg setzt Grundmann somit eine familiäre Tradition fort. Die Treue zur Klassischen Moderne manifestiert sich auch deutlich in Grundmanns eigenem Wohnhaus. Einem kubischen, weißgeschlämmten Baukörper, hinter dem sich eine Kombination aus Wohnhaus und Atelier mit wohldurchdachten Grundrissen verbirgt.

 

 
Sonstige Grundmann_Warschau_Skizze_.jpg
Nachrufe (Nekrologe) Nachruf Grundmann_.pdf
Lebensbeschreibungen GrundmannFriedhelm.Biografie_Werkauswahl.pdf
Literaturhinweise Grundmann_Literatur.pdf
Kategorien Architektur
Funktionen
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Arthur Lutteroth - Hamburger des Monats - Februar 2016  
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Geboren 21. Juni 1846
Geburtsort Hamburg 
Gestorben 11. Juni 1912
Todesort Hamburg 
Kurzbiographie Arthur Lutteroth besuchte bis 1862 die Schule in Hamburg, anschließend lebte er ein Jahr in Genf. Ab 1863 kaufmännische Lehre bei Helmcke & Kuhlenkamp, 1866-1867 Lehrzeit in der Firma Lewen & Sachs in London. Ab Dezember 1867 trat er als Prokurist in die Firma Lutteroth & Co. ein, im Januar 1869 wurde er Teilhaber. Am 30. September 1874 Wahl zum Mitglied der Handelskammer. Präsidiat vom 2. Mai 1879 bis zu seinem Ausscheiden aus der Kammer am 31. Dezember 1882. Am 31. Dezember 1892 erneut in die Handelskammer gewählt, vorzeitiges Ausscheiden wegen seiner Wahl in die Finanzdeputation im November 1893. Besonderes Interesse galt der Frage des Hamburger Zollanschlusses: Mitglied der 1880 gegründeten Freihafenkommission, entschiedener Gegner des Hamburger Zollanschlusses, dennoch Zustimmung zur Erklärung der Handelskammer vom 7. Juni 1881. Ab 19. Oktober 1879 Bürgerschaftsmandat der Handelskammer, 1889-1904 Mitglied des Bürgerausschusses. 1883 bis 1912 Mitglied des Bezirksausschusses der Reichsbankhauptstelle, ab Ende 1883 im Aufsichtsrat der Vereinsbank in Hamburg. Direktor der Terraingesellschaft Klosterland in Hamburg sowie Generalagent der Versicherungsgesellschaft Riunione Adratica in Triest in Deutschland, Dänemark und Skandinavien. 
Lebensbeschreibungen Arthur Lutteroth.pdf
Podcasts Lutteroth Arthur.mp3
Kategorien Politik
Wirtschaft
Funktionen Bankier: -
Handelskammerpräses: 1879 - 1882
Bürgerschaftsmitglied: 1878 - 1904
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Elise (Margaretha Elisabeth) Reimarus - Hamburger des Monats - Dezember 2015  
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Geboren 22. Januar 1735
Geburtsort Hamburg 
Gestorben 02. September 1805
Todesort Hamburg 
Kurzbiographie Die Lebensdaten von Elise (Margaretha Elisabeth) Reimarus, geb. am 22. Januar 1735  und gest. am 2. September 1805,  führen in eine besondere  Zeit des geistigen Aufbruchs in Hamburg.
Heute gilt Elise als eine der wichtigsten und sicherlich auch eindrucksvollsten Frauen der deutschen Aufklärung.
Ihre überaus erfolgreichen Tätigkeiten als Schriftstellerin, Übersetzerin  und Pädagogin geben  wahrscheinlich nur einen Bruchteil ihrer intellektuellen Bedeutung und Tätigkeiten wieder und sind darüber hinaus nicht direkt unter ihrem Namen zu finden. Denn unglaublich bescheiden schrieb sie ohne Namensnennung sehr viele  Kinderbücher, die alle in der „Kleinen Kinderbibliothek“ des  Campe-Verlags erschienen und alle ins Französische, Polnische und Russische übersetzt wurden.
Erziehungsschriften und Trauerspiele übersetzte sie aus dem Französischen, zum Teil direkt für die Hamburger Bühne. Ihre ethischen und moralischen Überlegungen zur frühkindlichen Erziehung  hielt sie ebenso schriftlich fest wie ihre Anleitungen für Pädagoginnen, eigene Theaterstücke, philosophische Betrachtungen und staatstheoretische Überlegungen.
Da eine ihrer größten Stärken war, Überzeugung zu besitzen, aber nicht überzeugen zu wollen, galt sie als besonders glückliches Medium in den Diskursen der Aufklärung. So hinterlässt sie eine umfangreiche Korrespondenz mit zahlreichen liberalen, aufgeklärten Köpfen ihrer Zeit.
Das sicherlich wichtigste Dokument für die Stadt stellt die Korrespondenz mit ihrem Freund Lessing dar, der sie als Kommunikatorin für sich und seine Hamburger Freunde wünschte. Dabei stand im Zentrum die Anfertigung „Nathans“.
Durch ihren Zuspruch und ihre initiierten Lesungen in den Hamburger Salons gelang es Lessing tatsächlich seine große Toleranzschrift von  der „Kanzel des Theaters“ in die Welt zu tragen.

 
Lokale Referenzen

Reimarusstraße

In der Neustadt benannt seit 1902 nach dem Vater Hermann Samuel und seinem Sohn Johann Albert Reimarus.                                                                      

2001/2002 ergänzt um Elise Reimarus.

Der Text auf dem Straßenschild lautet:

„Hermann Samuel R. (1694-1768); Professor am Hamburger Akademischen Gymnasium, dessen Sohn D. Johann Albert Heinrich R. (1729-1814), Professor ebenda und Arzt und deren Tochter bzw. Schwester Margaretha Elisabeth, genannt Elise R. (1735-1805), Erzieherin, Schriftstellerin und zentrale weibliche Persönlichkeit der Aufklärung in Hamburg.“

 
Sonstige Henriette und die Mutter.pdf
Lebensbeschreibungen Elise Reimarus.pdf
Kategorien Literatur
Funktionen Autor/in: -
Dichter/in: -
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Erich Klabunde - Hamburger des Monats - November 2015  
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Geboren 20. Februar 1907
Geburtsort Berlin 
Gestorben 21. November 1950
Todesort Bad Pyrmont 
Kurzbiographie Erich Klabunde war nicht nur ein Hamburger Journalist, sondern gilt außerdem als einer der Begründer des sozialen Wohnungsbaus. Der gelernte Bankkaufmann war einige Jahre Redakteur beim „Hamburger Anzeiger“ und gründete nach dem Zweiten Weltkrieg gemeinsam mit Journalistenfreunden die Berufsvereinigung Hamburger Journalisten. Ebenso stark beteiligt war er 1949 an der Gründung des Deutschen Journalisten-Verbands. Im Hauptausschuss des Nordwestdeutschen Rundfunks (NWDR) sorgte Klabunde für den Aufbau eines demokratischen Rundfunks im Nachkriegsdeutschland. Nach 1945 baute er auch den Gesamtverband Gemeinnütziger Wohnungsunternehmen auf und gründete die Fachzeitschrift „Gemeinnütziges Wohnungswesen“. Als Experte für den Wohnungsbau gelangte er in die erste Hamburger Bürgerschaft und erhielt dort den SPD-Fraktionsvorsitz, gefolgt von einem Sitz im ersten Deutschen Bundestag 1949. Klabundes vielseitige politische und publizistische Begabungen aus Verbandsarbeit und Journalismus mündeten schließlich in seinem großen Coup, das am 24. April 1950 verabschiedete erste deutsche Wohnungsbaugesetz erfolgreich auf den Weg zu bringen, das wichtige soziale Eckpunkte für den Wiederaufbau festlegte. Erich Klabundes Arbeit steht damit wegweisend für den sozialen Wohnungsbau in der Bundesrepublik. Ihm zu Ehren ist in Hamburg-Bergstedt der Klabundeweg benannt. Außerdem zeichnet der Landesverband Hamburg des Deutschen Journalisten-Verbands jährlich herausragende sozialkritische Artikel mit Hamburger Bezug mit dem Erich-Klabunde-Preis aus. Ausführlichere Informationen enthält das beigefügte pdf-Dokument „Erich Klabunde“. 
Lebensbeschreibungen Erich Klabunde.pdf
Kategorien Medien
Funktionen Journalist/in: -
Bürgerschaftsmitglied: -
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Max Schmeling - Hamburger des Monats - September 2015  
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Geboren 28. September 1905
Geburtsort Klein Luckow/Uckermark 
Gestorben 02. Februar 2005
Todesort Wenzendorf bei Hamburg 
Kurzbiographie

Max Siegfried Adolf Otto Schmeling wuchs als ältestes von drei Kindern in Hamburg auf. Sein Vater war Steuermann bei der Hapag. Nach Ende der Volksschule begann er als 14jähriger eine kaufmännische Lehre. Ab 1922 arbeitet er bei einer Düsseldorfer Brunnenbaufirma und trat in den Kraftsportverein Benrath ein. Im April 1924 entschied er sich, ins Profilager zu wechseln. Er wurde Deutscher Meister im Halbschwer- und Schwergewicht. Am 12. Juni 1930 errang er durch Disqualifikation seines Gegners den Weltmeistertitel gegen Jack Sharley in New York. Sein legendärer Sieg gelang ihm 1936 mit einem K.O. in der 12. Runde gegen den als unschlagbar geltenden „Braunen Bomber“, Joe Louis. Die nationalsozialistische Propaganda nutzte Schmelings Popularität, ohne ihn jedoch politisch vereinnahmen zu können. So behielt er gegen den Willen der Nazis seinen  jüdischen Manager Joe Jacobs und schützte zwei junge Juden während der „Reichkristallnacht“ 1938. Nach dem Krieg erwarb er eine Abfüllkonzession für Coca Cola in Hamburg. Als ältester Unternehmer der Stadt und mit zahlreichen Ehrungen ausgezeichnet starb Max Schmeling am 1. Februar 2005 im Alter von 99 Jahren. Sein Vermögen hatte er in eine gemeinnützige Stiftung überführt.

 
Lokale Referenzen
Spuren in Hamburg:
- Koppel 6 ist seit 2011 eine Gedenktafel von der Patriotischen Gesellschaft
 
Lebensbeschreibungen Max Schmeling Bio.pdf
Literaturhinweise Schmeling Literaturhinweise.pdf
Kategorien Sport
Funktionen
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Johann Georg Büsch - Hamburger des Monats - Juli 2015  
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Geboren 03. Januar 1728
Geburtsort Altenmedingen bei Lüneburg 
Gestorben 05. August 1800
Todesort Hamburg 
Kurzbiographie Johann Georg Büsch war ein deutscher Nationalökonom, Pädagoge und Aufklärer, der Hamburg nicht nur als Leiter der „Handlungs-Akademie“ ab 1771 entscheidend geprägt hat. In zahlreichen Schriften widmete er sich außerdem verschiedensten Problemen aus den Bereichen der Wirtschaftstheorie und -praxis und gab die „Hamburgischen Anzeigen und Urtheile von gelehrten Sachen“ sowie – gemeinsam mit Christoph Daniel Ebeling – die „Handlungsbibliothek“ heraus. Darüber hinaus gehörte Büsch zu den Mitbegründern und engagiertesten Mitgliedern der „Hamburgischen Gesellschaft zur Förderung der Künste und nützlichen Gewerbe“ (Patriotische Gesellschaft).  
Lokale Referenzen
Johann Georg Büsch war Freimaurer in einer unbekannten Loge.
Er pflegte im Privaten und Geschäftlichen mit vielen Freimaurern enge Beziehungen. Zu diesen Freunden zählten: Ernst Georg Sonnin, Alexander von Humboldt, Georg Heinrich Sieveking, Michael Hudtwalcker, Friedrich Gottlieb Klopstock, Matthias Claudius, Johann Heinrich Voß, die Brüder Stolberg-Stolberg, Johann Gottfried Gurlitt, Benjamin Gottlob Hoffmann und viele mehr.
 
Spuren in Hamburg:
- seit 1841 verläuft vom Gänsemarkt aus die Büschstraße
- an der Fassade des Museums für Kunst und Gewerbe ist ein Portrait-Relief
- vor dem Universitätsgebäude Ecke Rothenbaumchaussee / Edmund-Siemers-Allee steht das Büsch-Denkmal. Es wurde auf Empfehlung des Freimaurers und Domherrn Friedrich Johann Lorenz Meyer im Jahre 1802 von der Patriotischen Gesellschaft errichtet 
Lebensbeschreibungen JohannGeorgBüsch.pdf
JohannGeorgBüsch_Auszug aus Harmonie-Chronik2014.pdf
JohannGeorgBüsch_Der Rousseau in Hamburg_Hirschfeld.pdf
Literaturhinweise JohannGeorgBüsch_Schriften und Literatur.pdf
Kategorien Wirtschaft
Funktionen Lehrer/in: -
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Albert Schäfer - Hamburger des Monats - Mai 2015  
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Geboren 13. Januar 1881
Geburtsort Köln 
Gestorben 22. Januar 1971
Todesort Hamburg 
Kurzbiographie Auch wenn Albert Schäfer bei seiner Wahl zum Präses der Handelskammer Hamburg selbstironisch kommentierte, er sei für das Amt eigentlich ungeeignet, weil Kölner, spielte er eine bedeutende Rolle in der Hamburger Wirtschaft. Nicht nur als Direktor der Phoenix-Gummiwerke AG die er ab dem 1. April 1933 leitete oder ab 9. Dezember 1946 als Präses der Handelskammer Hamburg. Schäfer war auch einer von  drei Parlamentären, die Ende April 1945 die Frontlinie südlich von Harburg überquerten, um mit den britischen Befehlshabern über ein humanitäres Problem, die Verschonung des Volkssturm-Lazaretts in den Phönix-Werken durch die britische Artillerie, zu verhandeln. Daraus entwickelten sich Verhandlungen, die zur kampflosen Übergabe Hamburgs am 3. Mai 1945 führten.
 
Lokale Referenzen
Spuren in Hamburg:
- in Harburg ist seit 2003 der nach ihm benannte Albert-Schäfer-Weg
 
Lebensbeschreibungen Albert Schäfer.pdf
Podcasts Schäfer Albert.mp3
Kategorien Politik
Wirtschaft
Funktionen Handelskammerpräses: 1946 - 1956
Bürgerschaftsmitglied: 1946 - 1947
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Ludmilla Rosa Assing - Hamburger des Monats - März 2015  
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Geboren 22. Februar 1821
Geburtsort Hamburg 
Gestorben 25. März 1880
Todesort Florenz 
Kurzbiographie

Als jüngste Tochter von Dr. David und Rosa Maria Assing, geborene Varnhagen, wurde Ludmilla am 22. Februar 1822 in Hamburg geboren, wurde  musisch, literarisch und politisch aufgeklärt gebildet und erzogen und lebte in der Poolstraße 9 bis 1842 in Hamburg.

Sie starb hochangesehen als Herausgeberin bedeutender kulturgeschichtlichter Nachlässe, Briefwechsel und literarischer Werke, als Autorin eigener Schriften, als Zeichnerin vielfältiger Porträts von Zeitgenossen und als Gründerin der Handelsschule "Scuoloa Ludmilla Assing" am 25. März 1880 in Florenz.

 
Lebensbeschreibungen Ludmilla Assing Lebenslauf 1836.jpg

KP Ludmilla Assing.docx
Literaturhinweise AssingLudmilla.QuellenLiteratur.pdf
Kategorien Literatur
Funktionen Autor/in: -
Dichter/in: -
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Michael Heusch - Hamburger des Monats - Januar 2015  
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Geboren 1601
Geburtsort Hamburg 
Gestorben 1684
Todesort Hamburg 
Kurzbiographie Der erste Präses der Handelskammer Hamburg Michael Heusch stammte aus dem hamburgischen Zweig der bekannten Familie Hoesch aus dem Raum Aachen/Düren, von denen einige Familienmitglieder im 16. Jahrhundert nach Antwerpen umsiedelte. Sein Vater Peter Heusch (1565–1644) verließ 1585 aus Glaubensgründen das katholische Antwerpen und ging nach Hamburg. Flämisch-niederländische Händler dominierten im 17. Jahrhundert den Hamburger Handel, heirateten untereinander und hielten das Niederländische als Sprache noch lange lebendig. Michael Heusch heiratete 1633 hier die gebürtige Hamburger Kaufmannstochter Elisabeth Bosschaert (1609–1679), deren Eltern ebenfalls aus Antwerpen stammten. 1652 gründete er in Hamburg zusammen mit Gerhard Heusch und Johann Stöer eine „Handlungs-Compagnie“, die bis 1680 bestand. 
Lebensbeschreibungen Michael Heusch.pdf
Kategorien Wirtschaft
Funktionen Handelskammerpräses: Januar 1665 - Februar 1667
Kaufmann/-frau: -
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