Ursprünglich Mediziner, entwickelte sich im Laufe seines Lebens zum Schriftsteller Johann Friedrich Ernst war Sohn des Arztes und Hofrates Günther Anton Heinrich Albrecht und dessen Ehefrau Katharina Dorothea, geb. Kolbe. 1769 immatrikulierte er in Erfurt, um dort bei Professor Johann Wilhelm Baumer Medizin zu studieren. Nach Baumers frühen Tod heiratete Albrecht 1772 die damals 14-jährige Tochter Sophie. Im selben Jahr promovierte er und bekam sofort an derselben "Medicinischen Facultät" eine Anstellung als Privat...
Als jüngste Tochter von Dr. David und Rosa Maria Assing, geborene Varnhagen, wurde Ludmilla am 22. Februar 1822 in Hamburg geboren, wurde musisch, literarisch und politisch aufgeklärt gebildet und erzogen und lebte in der Poolstraße 9 bis 1842 in Hamburg. Sie starb hochangesehen als Herausgeberin bedeutender kulturgeschichtlichter Nachlässe, Briefwechsel und literarischer Werke, als Autorin eigener Schriften, als Zeichnerin vielfältiger Porträts von Zeitgenossen und als Gründerin der Handelsschule "Scuoloa Ludmilla...
Am 11. Februar 1819 wurde Ottilie Davida Assing in Hamburg geboren und wuchs gemeinsam mit ihrer Schwester Ludmilla in einem von liberalen Ideen geprägten und literarisch äußerst engagierten Elternhaus in der Poolstraße in der Hamburger Neustadt auf. Im Salon ihrer Eltern Dr. David und Rosa Maria Assing, geborene Varnhagen, organisierte sie Lesungen klassischer Literatur unter der Regie von Karl Gutzkow, eine der wichtigen Stimmen in der Jungdeutschen Bewegung. Sie führte ihre Theaterbegeisterung später in der Hamb...
Rosa Maria Assing wurde als ältestes Kind der evangelisch getauften Straßburger Ratsherrntochter Anna Maria und des katholischen Arztes Andreas Jacob Varnhagen von Ense, ein überzeugter Aufklärer und Anhänger der Ideale der französischen Revolution, am 28. Mai 1783 in Düsseldorf geboren. Die Schriftstellerin, Lyrikerin, Scherenschnittkünstlerin und Erzieherin Rosa Maria Assing, die 1796 dann zusammen mit ihrer Mutter und ihrem jüngeren Bruder dem aus Straßburg vertriebenen und aus Düsseldorf ausgebürgerten Vater na...
Jakob Friedrich Theodor Audorf, der Jüngere, war Schlossermeister, Arbeiterführer, Redakteur und Dichter. Er ist der Sohn des Haartuchwebers Johann Hinrich Jakob Audorf(1807-1891), der eine so bedeutende Rolle in der frühen Arbeiterbewegung in Hamburg innehatte, dass zehntausend Menschen, Fahnen schwenkend, 1891 seinem Sarg folgten. Durch diesen Vater, ein „Zoon Politicon“, früh geprägt, gründete Jakob Audorf 1863 als einer der elf Hamburger Delegierten in Leipzig den „Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein“ und wurd...
Elise Averdieck war die Zweitälteste von zwölf Kindern einer Hamburger Kaufmannsfamilie. Als das Geld in der Familie knapp wurde, ging sie als Gesellschafterin zu Madame Schmilinsky nach St. Georg. Im Alter von 27 Jahren erlebte sie am 3. November 1835 ihre Bekehrung. Der Glaube wurde das Fundament ihres Lebens. Fünf Jahre lang pflegte sie kranke Kinder in der Privatklinik des Arztes Dr. Günther am Borgesch. Als er als Professor nach Kiel berufen wurde, eröffnete Elise Averdieck in St. Georg eine Vorschule für Knab...
Die Schriftstellerin, Übersetzerin und Förderin der Frauenbewegung Grete Berges wurde am 3. Mai 1895 als älteste Tochter des aus Lübeck stammenden Buchhalters Nathan Berges und seiner Frau Johanna, geb. Goldstein, geboren. Sie wuchs in Hamburg-Eppendorf auf und besuchte die jüdische Töchterschule von Dr. J. Löwenberg von 1901 bis 1909, danach wurde sie zur Fremdsprachensekretärin in der Handelsschule Crone ausgebildet. Wenn sie auch unmittelbar nach ihrer Ausbildung sofort in die Berufstätigkeit ging und in verschi...
Hans Friedrich Blunck war Schriftsteller und NS-Kulturfunktionär. Er ist vor allem als erster Präsident (1933-1935) und Altpräsident der Reichsschrifttumskammer und als Mitglied des Reichskultursenats in der Zeit des Nationalsozialismus bekannt. Er galt als namhafter Vertreter der „nordischen Renaissance“ und der niederdeutschen Volkstumsbewegung. Seine Tendenz zum Mythologischen und zur Verklärung der deutschen Geschichte machten ihn schon in der Weimarer Republik zum führenden Repräsentanten der völkisch-nati...
Wolfgang Borchert gilt als ein Antikriegsdichter. Zugleich gilt er als Hamburger Dichter, weil viele seiner Gedichte der Hafenromantik huldigen und er die Stadt hymnisch feierte, als sie in Trümmern lag, ferner einige seiner Kurzgeschichten und das Drama „Draußen vor der Tür“ in Hamburg spielen. Aufgrund seines frühen Todes hat sich um ihn herum der Mythos des ewig jungen Autors gebildet. In Hamburg, in der Staats- und Universitätsbibliothek Carl von Ossietzky, gibt es das Borchert-Archiv mit dem Nachlass und einer...
Hermann Boßdorf, geboren 29.10.1877 in Wiesenburg/Fläming, gestorben 24.9.1921 in Hamburg, Sohn des Postschaffners Friedrich Boßdorf und der Sophie Dornbusch. Als Telegrafenangestellter in Hamburg tätig. Vermählt 1900 mit Bertha Dannies. Verfasser niederdeutscher Dramen und Balladen, zunächst von Otto Ernst geprägt, dann zunehmend unter dem Einfluss Strindbergs.
Diese als Dichter in die hamburgische Geschichte eingegangene Persönlichkeit hat sich von 1720-1747 auch als Senator Verdienste um die Vaterstadt erworben. Er wurde am 22 September 1680 in Hamburg als Sohn eines angesehenen Kaufmanns und Nachkomme bedeutender Lübecker Senatoren geboren. Nach der Rückkehr von juristischen Studien und Reisen widmete er sich seit 1704 in Hamburg neben rechtswissenschaftlichen Arbeiten der edlen Dichtkunst, deren Werke zuerst 1712 erschienen. Nach seiner Berufung in den Senat 1721 gebü...
Hildegard Claassen, geb. Brüggemann war die Tochter eines Pfarrers. Zwischen 1916 und 1920 studierte sie Germanistik, Romanistik und Kunstgeschichte an der Universität München und schloss ihr Studium mit der Promotion ab. Sie verfasste ihre Dissertation über Johann Gottfried Herder. Von 1921 bis 1925 war sie dann als Leiterin einer Kunstgalerie in München und Berlin beschäftigt. 1925 zog sie nach Frankfurt a. M. und heiratete Dr. Eugen Claassen, den Leiter des dortigen Societäts-Verlages. 1934 gründete das Ehepaar...
Hermann Claudius, geboren 24.10.1878 in Langenfelde bei Altona, gestorben 8.9.1980 in Grönwohld bei Trittau, Sohn des Bahnmeisters Hermann August Claudius und der Ida Francke. Nach Lehrerausbildung 1900-1933 als Volksschullehrer in Hamburg tätig, seitdem freier Schriftsteller. Erste Eheschließung 4.10.1904 mit Franziska Blaschka (gestorben 1942), zweite Eheschließung 8.8.1944 mit Gisa von Voigt.
Matthias Claudius, geb. 15.08.1740 in Reinfeld, gest. 21.01.1815 in Hamburg, Sohn des Pastors Matthias Claudius und der Flensburger Ratsherrentochter Maria Lorck. Nach theologischem Studium u.a. Zeitungsredakteur in Hamburg, Wandsbek und Darmstadt, beim "Wandsbeker Boten", Dichter; sein Wohnsitz Wandsbek durch ihn zu einem der literarischen Mittelpunkte seiner Zeit geworden. 15.03.1772 Heirat mit Anna Rebecca Behn.
Ida Dehmel, am 14. Januar 1870 in Bingen am Rhein als vierte von fünf Kindern des Kommerzienrats Simon Zacharias Coblenz und seiner Frau Emilie geboren, zog bald nach ihrer 2.Eheschließung 1902 mit dem in seiner Zeit berühmten und anerkannten Dichter Richard Dehmel von Berlin nach Hamburg, wo sie bis zu ihrem Freitod 1942 in Blankenese lebte. Trotz ihrer vielfältigen künstlerischen Begabungen blieb der eigentliche Schwerpunkt ihres Lebens sich für die Literatur und die Kunst einzusetzen und später vor allem Künstle...
Als 1901 der Dichter Richard Dehmel(1863-1920) zusammen mit seiner schönen jungen Frau Ida nach Hamburg kam und sich in Hamburg-Blankenese niederließ, war er aufgrund seiner Lyrik schon ein berühmter Mann. Der neuartige Klang seiner Verse begeisterte vor allem die Jugend. Viele der neuen künstlerischen und intellektuellen Elite fühlten sich inspiriert und waren mit ihm und seiner Frau freundschaftlich so tief verbunden, dass sie ihm 1913 – zu Dehmels 50. Geburtstag - das von ihm gestaltete und mit Hilfe des Archite...
Joachim Gerhard Eggers ist der einzige Hamburger Nachtwächter, von dem wir wissen, dass er Gedichte schrieb. Sich in seiner nächtlichen Obhut sicher fühlende einflussreiche Bürger veranlassten großzügig die Buchausgabe 1820 dieses poetischen Nachtwächters. Geboren am 24. Januar 1777 in Hamburg, früh war er verwaist, seine Schulbildung dürftig, seine Lebensumstände immer ärmlich. Aber er las heimlich oder in seinen Freistunden und bildete sich autodidaktisch weiter. Durch Gottscheds Schriften erwachte seine Liebe zu...
Otto Ernst, eigentlich Otto Ernst Schmidt, geboren am 07.10.1862 in Ottensen, gestorben am 05.03.1926 in Groß Flottbek, Sohn eines Zigarrenarbeiters. Nach Lehrerseminarausbildung bis 1900 als Volksschullehrer in Hamburg tätig, seitdem als freier Schriftsteller. Verfasser von Gesellschaftsdramen und -romanen sowie genrehafter Erzählungen und Kindergeschichten. Vermählt 1892 mit Helmine Scharge.
Gustav Falke, geboren 11.1.1853 in Lübeck, gestorben 8.2.1916 in Großborstel bei Hamburg, Sohn des Kaufmanns Johann Friedrich Christian Falke und der Landwirtstochter Elisabeth Franziska Hoyer. Nach Schulzeit in Lübeck seit 1868 Buchhandelslehre in Hamburg und anschließend als Buchhändler in Essen, Stuttgart und Hildburghausen. Seit 1878 als Privatmusiklehrer und freier Schriftsteller in Hamburg ansässig. 1890 Heirat mit Anni Heissel-Theen. Schriftsteller zwischen Impressionismus und Naturalismus, aber auch realist...
Gorch Fock (eigentlich Johann Kinau), geboren 22.8.1880 in Finkenwerder, gefallen 31.5.1916 in der Skagerrakschlacht, Sohn des Fischers Heinrich Kinau und der Metta Holst. Nach Kaufmannslehre seit 1904 als Buchhalter bei der Hamburg-Amerika-Linie in Hamburg tätig. Vermählt mit Rosa Elisabeth Reich. Seit 1915 als Soldat im Ersten Weltkrieg zunächst bei der Infanterie, dann bei der Marine. Verfasser epischer, lyrischer und dramatischer Werke, vor allem um das Thema der Wasserkante und der Hochseefischerei kreisend.
Mindestens einmal im Jahr ist der Schauspieler, Regisseur und langjährige Intendant des Thalia Theaters Boy Gobert (1925 – 1986) in Hamburg gegenwärtig: Wenn im Spätherbst der nach ihm benannte Boy-Gobert-Preis, der seit 1981 an herausragende Nachwuchsschauspieler bzw. –schauspielerinnen, in feierlichem Rahmen auf der Bühne des Thalia Theaters verliehen wird. Aber dieser Preis ist nicht die einzige Spur, die der berühmte Theatermann Boy Gobert in Hamburg hinterlassen hat.