Nachdem Eduard Lorenz-Meyer seine kaufmännische Lehrzeit bei Schlüter & Maack absolviert hatte, wurde er Anfang 1879 Angestellter bei Behn, Meyer & Co. in Singapur. 1885 avancierte er zum Partner. Drei Jahre später ging er zurück nach Hamburg und wurde Teilhaber der Firma Arnold Otto Meyer. Diese betrieb vor allem Export- und Import-Produktengeschäfte (u.a. Kopra und Pfeffer). Neben seiner geschäftlichen Tätigkeit engagierte sich Lorenz-Meyer im kulturellen Leben Hamburgs. Er betrieb genealogische Forschungen,...
Joachim Luhn war einer der bekanntesten und beliebtesten Bildnismaler seiner Zeit in Hamburg, berühmt für seinen neuartigen, „einfühlsamen“ Porträtstil. Weiter malte er neben religiösen und mythologischen Themen auch Landschaften und Ansichten, darunter eine bekannte, großformatige und topographisch genaue Stadtansicht Hamburgs, die für das Rathaus bestimmt war, und seit 1819 in St. Jacobi zu sehen ist. Seine künstlerische Ausbildung erhielt Luhn wohl in den Niederlanden, vielleicht bei Ferdinand Bol, möglicherweis...
Porträt von Richard Luksch mit Kleinplastik "Der Künstlertraum"
Datierung:
1912
Quelle / Standort:
Heusinger von Waldegg, Joachim: Richard Luksch und E.L.-M, ein Künstlerpaar der Wiener Jahrhundertwende, in: Alte und moderne Kunst XVII, Nr. 124/125, 1972. Seite i.
Als Hochschullehrer an der Hamburger Kunstgewerbeschule nahm der in Österreich geborene Künstler Richard Luksch einen prägnanten Einfluss auf Bildhauerei und Kunstgewerbe der Hansestadt. In der Zeit vor seiner Berufung nach Hamburg war er in Wien als freier Bildhauer, Maler und Kunsthandwerker tätig und genoss dabei ein überregionales Ansehen. So wurde er in Augsburg mit der Ausführung einer Bauplastik beauftragt. Zunächst galt er als Vertreter der ornamentalen Jugendstil-Plastik und eines Formalismus der preziösen...
Der wichtigste Impuls im Schaffen der Malerin, Bildhauerin und Kunstgewerblerin Elena Luksch-Makowsky war sicherlich der Wiener Jugendstil, den sie oft um folkloristische Elemente ihrer russischen Heimat ergänzte. Thematisch setzte sie sich in vielen Werken mit den damals herrschenden Rollenbildern der Frau auseinander. Elena Makowsky wurde als Tochter des bekannten und vom Zaren Alexander II. geförderten Künstlers Konstantin Makowsky geboren und wuchs somit in einer von Kultur und Kunst geprägten Familie auf. Früh...
Ascan Lutteroth, geboren 5.10.1842 in Hamburg, gestorben 2.2.1923 ebd., Sohn des Bankiers Christian Alexander Ascan Lutteroth und der Sophie Friederike Lutteroth. Nach künstlerischer Ausbildung 1862-1864 bei Calame in Genf und 1864-1867 bei Oswald Achenbach in Düsseldorf 1867-1870 Aufenthalt in Rom, 1870-1876 in Berlin. Als Zeichenlehrer der Kronprinzessin Victoria tätig; Ernennung zum Professor. Seit 1876 in Hamburg ansässig und überwiegend als Landschaftsmaler tätig; bis 1909 auch Vorsitzender des Hamburger Künst...
1877 in Cuxhaven geboren; 1886 Besuch der Höheren Bürgerschule in Cuxhaven; 1896 Abitur am Hamburger Johanneum; 1896-1900 Architekturstudium in Hannoverund Dresden; 1900 Erste Studienreise nach Paris; 1905-1907 Bauführer bei der Reichsbahndirektion Altona für den Hamburger Hauptbahnhof; 1907 Übernahme in den Hamburgischen Staatsdienst; 1910 Heirat mit Dorothea Johannsen ; 1914 - 18 Militärdienst im Eisenbahn-Ersatzbataillon in Berlin; 1919 Gründung der Hamburgischen Secession Katalog und Plakat der ersten Ausstellu...
Trotz der „Rolle“, welche Dorothea Maetzel-Johannsen in der damaligen Gesellschaft als Mutter von vier Kindern und Ehefrau erfüllen musste, arbeitete sie ehrgeizig an ihrer künstlerischen Laufbahn und vor allem an ihrer Weiterentwicklung als Künstlerin. Ihr malerisches Werk entstand vor allem ab den 1920er Jahren, vorher dominierten grafische Werke, vor allem Radierungen, Holz- und Linolschnitte. Sicher spielte auch ihr Mann Emil Maetzel, der neben seinem Beruf als Architekt auch Maler und Grafiker war, eine Rolle,...
Wie seine Ehefrau Gudrun Piper fand Max Mahlmann von einem realistisch, expressiven Stil über geometrische Arbeiten zu einer linearen Formsprache. Zunächst fertigte er Stillleben und Landschaftsbilder als Ölgemälde und Aquarelle her. Ab 1949 wurden seine Kompositionen zunehmend geometrischer und wiesen eine konstruktivistische Tendenz auf. Ab Ende der 50er und Beginn der 60er Jahre entwickelte er eine geometrisch-methodische Malerei, die Beziehungen zur konkreten Kunst um Piet Mondrian aufwies. 1965 fertigte er rec...
1930-1932 Studium an der TH Dresden 1932-1935 Studium an der TH Berlin bei Hans Poelzig. Meisterschüler im Atelier Poelzig 1935 Diplom Dipl. Ing. 1935-1936 Angestellter im preußischen Staatshochbauamt Berlin und Lüneburg 1937 selbständiger Architekt 1939-1945 Militärdienst 1943 Promotion 1945 selbständiger Architekt in Hamburg 1945-1953 gemeinsames Büro mit Arnold Pinnekamp in Lüneburg 1950-1980 Tätigkeit im Vorstand des BDA Hamburg 1953 Mitglied der Deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung 1964-1973 Vors...
Die Motive seiner Bilder fand Volker Meier auf ausgedehnten Studienreisen, die er ab 1976 auch mit seinem selbstrestaurierten Kutter „Aurora von Altona“ unternahm. Sein besonderes Augenmerk galt dabei den wechselnden Wetterstimmungen sowie der Darstellung von Himmel und Horizont. Aber auch an Land fand er Motive für seine Stillleben von verschrotteten Gebrauchsgegenständen und die dunkeltonigen Stadtbilder. Ab 1966 setzte er sich mit der Pop-Art auseinander, was sich durch schärfere Konturen, surreale Elementen und...
Arnold Otto Meyer, geb. 01.09.1825 in Hamburg, gest. 12.03.1913 ebd., Sohn des Hamburger Kaufmanns Georg Christian Lorenz Meyer und der Caroline Antoinette Gerste; Kaufmann und Mitglied der Bürgerschaft in Hamburg, setzte die Kunstsammlertradition seiner Familie fort; 25.09.1855 Heirat mit der Hamburger Kaufmannstochter Luise Caroline Ferber.
Johann Valentin Meyer, geb. 5.1.1745 in Hamburg, gest. 16.10.1811 ebd., Sohn des Hamburger Kaufmanns und Weinhändlers Johann Lorenz Meyer und dessen zweiter Ehefrau, der Hamburger Weinhändlerstochter Catharina Maria Kern. Weinhändler in Hamburg, tätig in zahlreichen bürgerlichen Ehrenämtern, seit 1800 Ratsherr in Hamburg. 14.5.1771 Heirat mit der Hamburger Kaufmannstochter Margarethe Amalia Bausch. Einer der bedeutendsten Kunstsammler und Kunstmäzene der Stadt.
1919 reiste Rolf Nesch das erste Mal nach Hamburg, um seinen Freund, den Hamburger Kaufmann Carl Vincent Krogmann, zu besuchen. Durch diese Freundschaft fand er in der Hansestadt schnell Anschluss an deren kulturelle Kreise, sodass er sich in der folgenden Zeit jährlich in Hamburg aufhielt, bis er 1929 nach Hamburg zog. Bevor er nach Hamburg umgezogen war, hatte er ein Studium der bildenden Künste absolviert. 1924 hatte er mehrere Wochen mit Ernst Ludwig Kirchner zusammengearbeitet, der ihm das Herstellen von Druck...
Während sich der Unterricht seines Lehrers Arthur Siebelist zunächst noch in einem naturalistischen Stil niederschlug, prägte Franz Nölken später der französische Neoimpressionismus, und ab seinem zweiten Paris-Aufenthalt vor allem der Stil von Henri Matisse: Akte in flächiger Malweise entstehen in der Zeit ab etwa 1909. Franz Nölken brach seine Schulausbildung am Johanneum (wo sein Vater als Musiklehrer arbeitete) schon im Alter von 16 Jahren ab, um gemeinsam mit seinem Freund Friedrich Ahlers-Hestermann die bekan...
Richard Ohnsorg, geb. 03.05.1876 in Hamburg, gest. 11.05.1947 ebd., Sohn des Architekten Hermann Ohnsorg. Nach Studium und Promotion zum Dr. phil. als Bibliothekar in Hamburg tätig. 1902 Gründung der "Gesellschaft für dramatische Kunst" in Hamburg, aus der 1919 die Niederdeutsche Bühne hervorging; deren Direktor bis 1945. Auf dem Gemälde dargestellt in dem Bühnenstück "Twee Kisten Rum" von Alma Rogge.
Karl August Ohrts plastisches Oeuvre war durch seinen Willen zum Einfachen und klar Gegliedertem geprägt, wies aber zugleich sein Streben nach Monumentalität auf. Seine bevorzugten Themen waren das Tanzen und Schweben, aber auch Tiergruppen dienten ihm als Motiv für seine Kunstwerke. Besonders bei der Darstellung von Vögeln sah er den Kontrast materieller Schwere und spiritueller Leichtigkeit vereint. Ab den 1950er Jahren stellte er abstrahiert figürliche Werke her, denen eine rhythmische Gliederung innewohnte. Im...
Karl Opfermann war sowohl als Bildhauer als auch als Graphiker tätig. Bereits in seiner Ausbildung an der Flensburger Werkschule zeigt sich seine Neigung zum Material Holz. Besonders durch seine Verbindung zu Richard Luksch fand er zur formschönen Eleganz der Wiener Schule, die in Frühwerken und Tierplastiken um 1930 sichtbar ist. Nach dem ersten Weltkrieg fertigte er vorwiegend expressive Holz- und Linolschnitte an, welche von seiner Kriegserfahrung sowie der Hoffnung auf einen Neubeginn geprägt sind. Ab 1920 entw...
Vor allem in der Mitte des 19. Jahrhunderts waren seine Schiffsporträts überaus beliebt, auch heute noch sind sie unter Sammlern begehrt und in den großen Schifffahrtsmuseen vertreten. Lorenz Petersen konzentrierte sich nicht nur auf einzelne Schiffe, sondern stellte auch ganze Flotten (etwa die „Reedereiflotte von G.H. Wappäus“, 1854) dar. Charakteristisch ist, dass Petersen die Schiffe stets in der Seitenansicht darstellte, oft sind im Hintergrund Klippen sichtbar. Großformatige Werke entstanden dabei eher selten...
Nach seinem Studium bei Edwin Scharff war Jörn Pfab zunächst auf figürliche Darstellungen fokussiert, wie seine Kunstwerke „Mädchen und Knaben“ und „Lesende“ zeigen. Im Laufe der Zeit erarbeitete er sich jedoch eine eigene Form- und Materialsprache und stellte zunehmend Metall-Objekte her. Für diese verwendete er besonders häufig das mühselig und langwierig zu bearbeitende Material Edelstahl. Ab 1960 brach er in seinen Werken mit den bekannten Volumina und abstrahiert sukzessive seine Motive. So fertigte er zunächs...
Gudrun Pipers Kunstwerke entstanden in der Auseinandersetzung mit der Kunst ihres Ehemannes Max Mahlmann und wie er fand auch sie über geometrische Arbeiten zu einer linearen Formsprache. Zunächst malte sie Landschaften in einem an Cézanne orientierten Realismus, die mit expressiven Tendenzen versehen waren. Ab 1948 wurden ihre Arbeiten abstrakter und ab 1950 stellte sie erste geometrisch-konstruktive Kompositionen her, die noch aus einer Fülle verspielt anmutender Formen bestanden. In den 1960er Jahren kam sie bei...
Hans Heinrich Porth, geb. 13.06.1796 in Hamburg-Wilhelmsburg, gest. 02.08.1882 in Hamburg, Sohn eines Gutspächters. Nach kaufmännischer Lehre zunächst künstlerischer Autodidakt, 1821-1823 in Dresden, dort Bekanntschaft mit Ludwig Richter und Carl Gottlieb Peschel, und Italienreise mit Anschluss an die Nazarener. Seit 1828 in Hamburg als Porträtist und Lithograf tätig. Initiierte nach dem Brand von 1842 die "Schillingsammlung" zum Aufbau des Nikolaiturms.
Ihr Werk gehört in formaler und motivischer Hinsicht zu den eigenständigsten Beiträgen der Kunst der 1960er Jahre. Dieses beinhaltet neben Federzeichnungen und Lithographien eine Vielzahl von bildnerischen Arbeiten. Letztere stellen zumeist Gestalten aus dem Alltag dar, die sie abstrahiert und mit einer rissigen Oberfläche versieht. Durch ihre Reisen nach Südeuropa inspiriert, widmet sie sich auch der Darstellung von Schwimmern und Tauchern. Diesbezüglich schreibt Hans Theodor Flemming: „In all diesen Schnorchlern...
Johann Riefesells großes Thema war die Stadt Hamburg. Mit Akribie und Passion zeichnete er vor allen Dingen Ansichten, Straßenszenen, Gebäude der Hansestadt. Die über 1000 erhaltenen Zeichnungen stellen auch eine unersetzbare Quelle für das „alte Hamburg“ dar, dokumentierten die zahlreichen städtebaulichen Veränderungen, aber auch das soziale und kulturelle Leben im späten 19. Jahrhundert. Johann Theobald Riefesell, Sohn eines hamburgischen Steinzeughändlers, absolvierte zunächst eine Ausbildung als Gärtner, währen...
Philipp Otto Runge präsentiert wie kaum eine anderer Künstler die vielschichtigen Umbrüche und Probleme der Zeit um 1800. Einige Kennzeichen lassen ihn als Wegbereiter der Moderne erscheinen. Früh begann er, am Klassizismus mit seinen oft durch mythologische Quellen vorgegebenen Sujets, Kritik zu üben, ebenso an dem akademischen Vorgehen, sich vor allem mit einzelnen Studien zu befassen, anstatt das Ganze künstlerisch begreifen zu wollen. Ihn prägte dabei die Idee, nicht Vorhandenes zu variieren, sondern als Künstl...